"tanz"

"oberflächliches"

"at the still point"

 

"at the still point" (burnt norton) 2021, 12 tafeln je 60x50 cm, acryl (mischtechnik)

die 12 bildtafeln sind in 4 blöcken à 3 bildtafeln zusammengesetzt, möglich oder idealerweise in einer ebene gereiht zu hängen.

impuls für die gestaltung ist strophe II des gedichtes "burnt norton" (1941) von t.s.eliot, später das erste gedicht in den 1943 veröffentlichten "four quartets".

 

"BURNT NORTON

"II

(...)

Am stillen Mittelpunkt der bewegten Welt. Weder Fleisch noch fleischlos;

Weder woher noch wohin; am stillen Mittelpunkt, da ist der Tanz,

Doch weder Hemmung noch Bewegung. Man nenne es Festigkeit,

Wo Vergangenheit und Zukunft eins sind.Keine Bewegung woher noch wohin,

Weder ein Auf- noch ein Abstieg. Ohne den Punkt, den stillen Mittelpunkt,

wäre kein Tanz, aber Tanz ist alles, was ist.

Ich kann nur sagen, wir sind da gewesen: doch kann ich nicht sagen, wo.

Auch kann ich nicht sagen, wie lange, denn das hieße, es zeitlich einzuordnen.

Innerlich frei von handgreiflichem Verlangen,

Erlöst vom Handeln und vom Erleiden, erlöst von innerem

Wie von äußerem Zwang, doch umgeben

Von einer Gnade der Sinne, ein weißes Licht, still, und bewegt sich,

Erhebung ohne Bewegung, Sammlung

Ohne Auslöschung, neue Welt, doch zugleich

Wird die alte durchschaubar, erkannt

In Vollendung ihrer begrenzten Verzückung,

In Auflösung ihres begrenzten Schreckens.

Doch die Verkettung von Vergangenheit und Zukunft

Verwoben im schwachen, im sterblichen Leib,

Bewahrt die Menschheit vor Himmel und Verdammnis,

Die das Fleisch nicht ertragen kann.

                                                         Zeit Vergangenheit und Zeit Zukunft

Lassen nur wenig Bewusstsein zu.

Bewusst zu sein heißt der Zeit enthoben

Doch nur in der Zeit kann der Moment im Rosengarten,

Der Moment in der Laube unter prasselndem Regen,

Der Moment in der zugigen Kirche bei Dunsteinbruch,

Erinnert werden; verwoben mit Vergangenheit und Zukunft.

Nur durch die Zeit lässt sich Zeit überwinden.

 

(...)"

in: T.S.Eliot "Vier Quartette. Bibliothek Suhrkamp. Berlin 2015, S.13 und 15

Übersetzung: Norbert Hummelt.

 

- eine überlegung: das leben begeht wege, die sich um ein zentrum bewegen. es sind wege der vergangenheit, des jetzt und des zukünftigen, erinnert, erlebt und erdacht - vielleicht lebenslinien. im anfang ist das ende und im ende ist der anfang, zeitlos in der zeit wie kreisende wirklichkeit und tanzende schatten. (nd) -

 

 

bildnerische improvisationen (2020/21) zu solo-konzerten von keith jarrett

die bilder sind keine übersetzungen in form von systemischen zeichen oder symbolen, sondern ausdruck der durch die musik bewirkten empfindungen und eindrücke. der gestaltungsprozess verlief variabel, spontan nach dem hörerlebnis oder auch modulierend bis  verwerfend und neu gestaltend. die bildfläche ist körnig rau (new york) oder körnig rau und flächig uneben (munic).

 

carnegie hall new york 26.sept.2005 - ecm records 2006

konzertaufnahme - cd 1 part 1-5 / cd 2 part 1-10 ( 6-15), - cd 2 part 6-10 betitelt.

format 12,5 x 12,5 cm - mischtechnik( 2020); die farbliche skala war offen.

 

 

 

phiharmonie münchen 16.jul.2016 - ecm records 2019

konzertaufnahme cd 1 part 1-7, cd 2 part 1-10 (8-15), cd 2 part 8-10 betitelt

format 20 x 20 cm - mischtechnik, die "farbliche" skala war beschränkt auf weiß und schwarz, rein und in mischungen

 

sommer (2020)

 lanzarote  (2017/2018)

 stille (2018)

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© Norbert Döding